Gedenkveranstaltung: „Erinnern – eine Brücke in die Zukunft”

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Gedenkveranstaltung: „Erinnern – eine Brücke in die Zukunft”

28. Januar, 14:0017:00

Das Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie. Aber das Erinnern wird sich verändern, weil nur noch wenige Überlebende authentisch berichten können. Die Erinnerung wird aber auch durch rechtsextreme und rechtspopulistische Akteure massiv in Frage gestellt. Es wird eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert. Mit einem breiten Kölner Bündnis wollen wir uns deshalb am 28.01.2018 mit der Geschichte und der Bedeutung unserer Erinnerungskultur befassen.
 
Wie fing es an mit dem Gedenken in Köln nach 1945? Wenige Tage nach Kriegsende wurde am 3. Juni 1945 am Hansaplatz die erste Stätte des Erinnerns eingeweiht, nachdem auf dem Gelände des Gefängnisses Klingelpütz sieben Leichen gefunden worden waren. Auf der bald platzierten Grabplatte heißt es: „Hier ruhen sieben Opfer der Gestapo.  Dieses Mal erinnere an Deutschlands schandvollste Zeit 1933 – 1945“.  Im gleichen Jahr entstanden auf Initiative von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern Ehrenmale zur Erinnerung an polnische und sowjetische NS-Opfer auf Kölner Friedhöfen. 1948 erinnerte die Kölner Synagogengemeinde auf dem Friedhof in Bocklemünd mit einem eindrucksvollen Denkmal an die „über 11.000 Schwestern und Brüder unserer Gemeinde“, die Opfer des „national-sozialistischen Rassenwahns“ wurden.
Dieses frühe Gedenken an die NS-Opfer wurde in der Stadt bald von einem allgemeinen
Totengedenken überlagert und verdrängt, das sich „allen Opfern“ zuwandte, in der Regel aber die
deutschen Soldaten, die Vertriebenen und die Bombenopfer meinte. Mit diesen Gedenkformen stilisierte sich der Großteil der deutschen Nachkriegsgesellschaft zu Opfern von Krieg und Nationalsozialismus.
Ausgeblendet blieben Fragen von Schuld und Verantwortung, ausgeblendet blieben auch die Opfer
der NS-Verbrechen.

Es waren immer wieder Einzelne oder Verfolgtengruppen, die sich besonders engagiert für eine andere Erinnerungskultur einsetzten. Viele Faktoren, etwa die bundesweite Debatte um eine drohende Verjährung von NS-Verbrechen, der Frankfurter „Auschwitz-Prozess“, die lokale Auseinandersetzung um die „Edelweißpiraten“ oder auch der Prozess gegen den ehemaligen Gestapoleiter Kurt Lischka, führten zu einem allmählichen erinnerungspolitischen Wandel. Das Engagement für eine Gedenkstätte

für die NS-Opfer sowie eine professionelle Aufarbeitung der NS-Zeit in Köln verdichtete sich und
führte schließlich 1979 zu dem Beschluss des Stadtrats, den Keller des EL-DE-Hauses als
Gedenkstätte herzurichten und ein NS-Dokumentationszentrum aufzubauen.
Seit den 1980er Jahren rückten immer stärker die bis dahin „vergessenen Verfolgten“ in den Blick:
Die Opfer der NS-Krankenmorde oder der Zwangssterilisationen, die nicht entschädigten Opfer von

Zwangsarbeit, die Opfer der NS-Militärjustiz. Nach und nach entstanden auch für diese Gruppen

Denkmäler. Nach jahrelanger Kriminalisierung und Stigmatisierung der homosexuellen Opfer war es beispielsweise erst 1995 möglich, das Rosa-Winkel-Mahnmal am Rheinufer aufzustellen. Aber auch die Opfer der NS-Völkermorde – Juden sowie Sinti und Roma – wurden stärker beachtet. Die Erinnerungskultur wurde insgesamt vielfältiger und dank der Arbeit des NS-DOK und weiterer auch professioneller. Darüber hinaus traten neue Formen des Erinnerns, etwa das alljährliche „Edelweißpiraten-Festival“,  hinzu.
 
Also alles gut in Köln mit dem Gedenken?
 
Anschließend findet ein Mahngang zum Bahnhofsvorplatz zum Mahnmal an die Deportationen durch die Reichsbahn statt. 

Details

Datum:
28. Januar
Zeit:
14:00 – 17:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

AntoniterCityKirche
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