Newsletter Dezember 2023

Hier können Sie den aktuellen Newsletter für den Dezember lesen.

 

Liebe Mitglieder und Interessierte,

in der vergangenen Woche wurden in NRW und Brandenburg zwei Jugendliche – gerade einmal 15 bzw. 16 Jahre alt – wegen der mutmaßlichen Vorbereitung eines islamistischen Terroranschlags festgenommen. Beiden seien als Sympathisanten des Islamischen Staates aufgefallen und hätten bereits für vergangenen Freitag einen Anschlag auf einen Leverkusener Weihnachtsmarkt geplant. Hierbei, so der Tatvorwurf, hätten sie einen LKW benutzen und anschließend „Ungläubige“ mit Benzin übergießen und verbrennen wollen. Auch ein Anschlag auf die Kölner Synagoge sei von den beiden erwogen worden. Kurz vor den Festnahmen hatte der Verfassungsschutz vor einer wachsenden Gefahr islamistischen Terrors gewarnt – im Kontext des Krieges zwischen Israel und der Hamas. Wir wissen um die Unruhe, die die bekannt gewordenen Anschlagspläne unter anderem bei der jüdischen Gemeinde in Köln auslösen müssen. Es ist schrecklich, wenn man an einem Ort, der im eigenen Leben so bedeutsam ist und den man regelmäßig besucht, jederzeit unter Polizeischutz zusammenkommen und immer wieder um das eigene Leben und das seiner Liebsten fürchten muss.

Schockierend ist auch das Alter der Verdächtigen. Man mag sich kaum vorstellen, welchem Ausmaß an Propaganda und Hassinhalten ein junger Mensch ausgesetzt sein muss, dass er im Alter von gerade einmal 15 Jahren die Ermordung zahlreicher Menschen beabsichtigt – wissend, dass er den Anschlag entweder selbst nicht überleben oder aber zahlreiche Jahre im Gefängnis verbringen wird. Wie viel muss bereits schiefgelaufen sein, dass es so weit kommt? Die Prävention solcher Taten der politischen Bildungsarbeit zu überantworten, wie sie unser Verein leistet, ist sicherlich unzureichend, obgleich wir im Einzelfall hoffentlich wichtige Denkanstöße geben können, die einer solchen Radikalisierung entgegenstehen. Wichtig ist sicherlich auch zu versuchen, das entsprechende Umfeld (z.B. Lehrkräfte) für das Thema sensibilisieren, damit Radikalisierungsprozesse frühzeitig erkannt werden können.

Insbesondere zurzeit erreichen uns viele Anfragen von Lehrkräften, die sich Unterstützung im Umgang mit antisemitischen Aussagen in ihren Klassen wünschen. Im Rahmen unserer Kapazitäten sind wir bemüht, durch unsere Angebote tatsächlich zur Aufklärung über Antisemitismus, aber auch verwandte Ideologien wie Rassismus, beizutragen. Dem widmen wir uns seit vielen Jahren und dieser Aufgabe wird auch im kommenden Jahr unsere Aufmerksamkeit gelten. Wenn Sie uns dabei helfen wollen, haben Sie noch bis Ende Januar Zeit, für unser Projekt “refl:act – Kein Ort für Antisemitismus und Rassismus” zu spenden. Mit Unterstützung der Bethe-Stiftung, welche die Spenden bis zu einem Gesamtbetrag von 10.000 Euro verdoppeln wird, wollen wir dieses Projekt fortsetzen, welches in den vergangenen zwei Jahren junge Pädagoginnen und Pädagogen zu den Themen Antisemitismus und Rassismus fortgebildet hat, die dann wiederum dutzende Workshops für Schüler und Schülerinnen in den Schulen der Region durchgeführt hat.

Das Spendenkonto für die Verdopplungsaktion hat die IBAN DE50 3705 0198 1930 8341 79.

Da wir unseren nächsten Newsletter voraussichtlich erst im Januar verschicken werden, möchten wir Ihnen allen außerdem gesegnete Weihnachten und ein trotz der schrecklichen Umstände frohes und friedliches Chanukka im Kreis Ihrer Familie und Freunde wünschen. Wir bedanken uns für die Unterstützung, die wir von vielen von Ihnen erfahren haben und hoffen, Sie auch im nächsten Jahr wieder so zahlreich bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Die nächsten Gelegenheiten dazu finden Sie in diesem Newsletter ebenso wie Hinweise auf interessante Medienbeiträge zu unseren Themen.