Antisemitismus als Herausforderung für die Schule

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Antisemitismus als Herausforderung für die Schule

23. November, 19:00

Antisemitismus als Herausforderung für die Schule

Vortrag und Diskussion mit Dr. Alexandra Kurth

 

Am 23.11.2021
Um 19.00 Uhr

Die Veranstaltung wird online auf unserem YouTube-Kanal gestreamt.

Hier finden Sie den Flyer zu unserer sechsteiligen Veranstaltungsreihe Antisemitismus und Schule.

Es ist empirisch unbestritten, dass es in Deutschland Antisemitismus in erheblichem Ausmaß gibt. Da hiervon die Schulen nicht ausgenommen sind, sind sich viele darin einig, dass es notwendig ist, die gesellschaftliche wie schulische Auseinandersetzung mit Antisemitismus zu intensivieren. Zwar ist der völkisch-rassistische Vernichtungsantisemitismus als Kernelement der NS-Ideologie und Politik nach wie vor ein zentrales Thema der historisch-politischen Bildung, nicht nur, weil die „Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, […] die allererste an Erziehung“ sei, wie es Theodor W. Adorno 1966 in seinem berühmten Rundfunkvortrag über die „Erziehung nach Auschwitz“ formuliert hat, sondern auch, um einem im gleichen Vortrag formulierten Hinweis Rechnung zu tragen, auf das sehr viel seltener Bezug genommen wird: „Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, sondern Auschwitz war er“ (Adorno). Angesichts der nach wie vor vielfältigen expliziten wie impliziten Versuche – nicht nur in der extremen Rechten – den Holocaust zu relativieren oder gar Auschwitz zu leugnen, muss eine demokratische historisch-politische Bildung unter anderem Wissen und Quellenkritik sowie normative Aspekte vermitteln, gerade in Bezug auf den Nationalsozialismus. Allerdings reicht das für eine fundierte und nachhaltige schulische Antisemitismusprävention nicht aus, denn es gibt neben dem völkisch-rassistischen Antisemitismus eine Reihe weiterer antisemitischer Artikulationsformen, die in verschiedenen historischen Kontexten entstanden sind und bis in die Gegenwart fortwirken. Die Reduktion von Antisemitismus auf den Nationalsozialismus und seinen völkisch-rassistischen (Vernichtungs-)Antisemitismus ist nicht nur historisch verkürzend, sondern kann zugleich emotional entlastend sein, weil andere Varianten des Antisemitismus nicht im Fokus stehen oder sogar überhaupt nicht als Antisemitismus erkannt und thematisiert werden. Welche Herausforderungen sich hieraus für die Schule ergeben, soll in diesem Vortrag thematisiert und diskutiert werden.

Dr. Alexandra Kurth ist Rechtsextremismusforscherin und Studienrätin im Hochschuldienst an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Januar 2019 erschien das von ihr (gemeinsam mit Samuel Salzborn) verfasste Gutachten “Antisemitismus und Schule. Erkenntnisstand und Handlungsperspektiven”

Details

Datum:
23. November
Zeit:
19:00