Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults

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Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults

25. Mai, 19:0021:00

Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults

Vortrag und Diskussion mit Veronika Kracher

Am 25.05.2022
Um 19 Uhr
Ort Universität zu Köln, Hörsaalgebäude (105), Hörsaal C, Universitätsstr. 35, 50931 Köln

Diese Veranstaltung findet gemäß den am Veranstaltungstag und -ort geltenden Corona-Regeln statt. Bitte bringen Sie Ihren 3G-Nachweis mit.

 

Bevor ein Incel-Attentäter im April 2018 mit einem Auto in eine Menschenmenge in Toronto raste und zehn Menschen ermordete, hinterließ er auf Facebook folgende Nachricht: “The Incel rebellion has already begun!” Außerdem huldigte er einem weiteren Mörde, der 2014 auf dem Campus der Universität von Kalifornien in Santa Barbara sechs Menschen getötet und 13 weitere verletzt hatte. In seinem Manifest begründete er seine Taten als Racheakt gegen Frauen, die ihm „Liebe und Sex verweigert“ und demzufolge den Tod verdient hätten. Dies sind nicht die einzigen explizit gegen Frauen gerichteten Attentate, die von sogenannten “Incels” verübt worden sind. “Incels” ist die Kurzform für “Involuntary Celibates” – unfreiwillig im Zölibat Lebende. Sie treffen sich in Onlineforen und auf Imageboards und lamentieren, keinen Sex zu haben, obwohl dieser ein naturgegebenes männliches Grundrecht sei. Frauen würden ihnen Sex jedoch verweigern, da Incels der eigenen Ansicht nach zu unattraktiv seien, um den Ansprüchen der oberflächlichen “Femoids” zu genügen – diese würden nur attraktive “Chads” begehren, die gerade mal 20 Prozent der männlichen Bevölkerung ausmachen. Da Incels Sex jedoch als Grundlage eines guten Lebens bezeichnen, attestieren sie Frauen, ihnen selbiges also zu verwehren. Im mildesten Falle artikuliert sich ihr Denken in Depressionen und Selbstmitleid, im schlimmsten Falle in der Glorifizierung von Kindesmissbrauch, sexueller Gewalt oder dem Femizid. Incels sind jedoch keine “Ausnahmeerscheinungen” innerhalb der kapitalistisch-patriarchalen Verhältnisse, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Abwertung des Weiblichen systematisch ist.

 

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe “Männlichkeit und Gewalt. Zur Sozialpsychologie der Misogynie” und wird organisiert vom Projekt „Rote Karte gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus“ der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Kooperation mit dem Studierenden-Ausschuss der Vollversammlung (StAVV) der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

Hier geht’s zum Programm der gesamten Veranstaltungsreihe.

Details

Datum:
25. Mai
Zeit:
19:00 – 21:00