Am 14. Oktober 2026 wurde Margret Müller im Kollwitz Museum Köln mit dem Giesberts-Lewin-Preis ausgezeichnet.
Margret und Werner Müller richteten über mehr als 40 Jahre hinweg ihr privates und öffentliches Leben auf Shoah-Überlebende in der Ukraine und in Polen aus. Im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements im Maximilian-Kolbe-Werk bereiste das Ehepaar Müller Polen sowie das Gebiet der heutigen Ukraine unzählige Male. Es führte Interviews mit Überlebenden der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, pflegte Kontakte und Freundschaften, korrespondierte und sammelte Dokumente. Während über die sogenannte Wiedergutmachung debattiert und Forderungen nach einem „Schlussstrich“ laut wurden, blieben Margret und Werner Müller beständig in ihrer Aufarbeitung der NS-Zeit und in ihrer Zugewandtheit zu Menschen, von deren Schicksal viele Deutsche nichts wissen
wollten.
Über die Jahre gab das Ehepaar Müller mehrere Publikationen heraus; darunter sei besonders das 2019 erschienene Werk „Leben und Tod in der Epoche des Holocaust in der Ukraine. Zeugnisse von Überlebenden“ (mit Co-Autor Prof. Boris Zabarko) hervorzuheben. Im Jahr 2022 wurden beide mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Für ihr langjähriges und außerordentliches Engagement, mit dem sie sich als Brückenbauerin, Multiplikatorin und Dokumentarin große Verdienste erworben hat, würdigen auch wir Frau Müller mit der Vergabe des Giesberts-Lewin-Preises.
Bild: privat


